
Das Projekt „Natur für alle – der barrierefreie Garten“ unter der Trägerschaft des RUZ hat die Umgestaltung des Klostergartens Oestringfelde zum Ziel. Er ist neben den vom RUZ genutzten Gebäuden im gleichnamigen Klosterpark angesiedelt und steht interessierten Besuchern jederzeit offen. Hier sollen laut der Grundidee naturnahe und für den eigenen Bedarf umsetzbare Anbau- und Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Darüber hinaus liegt ein weiterer Schwerpunkt in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die in Projekten und Lehrveranstaltungen verstärkt für die Belange von Natur und Umwelt sensibilisiert werden sollen. Auf dem Gelände kann Natur und Umweltschutz hautnah erlebt, erfühlt und mit allen Sinnen wahrgenommen werden. Neben Kindergärten, Vorschulen und Klassen jeglicher Altersstufe und Schulform, die Unterricht so einmal ganz anders erleben, können Kinder und Jugendliche hier zudem in ihrer Freizeit oder im Rahmen der Umweltwochen und des Ferienpasses diverse Angebote nutzen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Arbeit mit behinderten Kindern und Jugendlichen. Unter Anleitung einer Umweltpädagogin soll Natur/Umwelt mit allen Sinnen erfahren werden.
Der Klostergarten wurde bereits 1995 auf einer Fläche von ca. 2500 m2 angelegt, ursprünglich mit dem vorrangigen Augenmerk auf naturnahe Gestaltung und Kultivierung. Um dieses Areal im Sinne der Barrierefreiheit auch für in beeinträchtigte bzw. behinderte Personen zugänglich zu machen, wird der Klostergarten zur Zeit dem gemäß umgestaltet.
Mit der Erarbeitung der „Planungshilfen für Barrierefreiheit – Natur für alle“ als Gemeinschaftsprojekt der Lebenshilfe WTM e.V. (Projektträger) und dem RUZ Schortens sind die theoretischen Grundlagen zur Durchführung bereits in den vergangenen Jahren gelegt worden und sollen nun in die Praxis umgesetzt werden. Zudem gehen auch bundesgesetzliche Regelungen seit dem 01. Mai 2002 im Behindertengleichstellungsgesetz von einem barrierefreien Ansatz aus.
Die Umgestaltung des Areals sieht ein Miteinander naturinteressierter Personen jeglicher Alterstufen sowie gesundheitlicher/geistiger Beeinträchtigungen vor, wobei im Kernbereich des Gartens darauf geachtet wird, dass behinderte Besucher im Allgemeinen nicht auf die Hilfe von Nichtbehinderten angewiesen sind (Führungen sind nach Absprache jederzeit möglich) und sich die Natur somit auf ganz eigene Weise erschließen können.
Dies bedeutet eine komplette Überarbeitung des Wegenetzes (z.T. Belag, Breite, seitliche Führungshilfen) und des Wegeverlaufs im Gelände, indem der Kernbereich auf einen Hauptrundweg und einige wenige Nebenwege reduziert wird.
Die Beete sind z.T. bereits als Themenbeete (Duftpflanzen, Tastbereiche, Naschen erwünscht usw.) angelegt, was im Hinblick auf sinnansprechende Bepflanzung über den ganzen Kernbereich des Gartens auszuweiten ist. Auch Beetanordnungen auf mehr als einer Ebene (Hochbeete, Aufschüttungen) für in der Bewegungsfähigkeit eingeschränkte Personen müssen stärker berücksichtigt werden.
Nach der Zwei-Kanal- (Informationen durch mindestens zwei Sinne wahrnehmbar) sowie der Kiss-Regel („keep it short and simple“) sind Informationstafeln für die allgemeine Orientierung sowie botanische Hinweisschilder an den Beeten zu erstellen, jeweils versehen mit entsprechender Blindenschrift.
Nach Fertigstellung des Kernbereiches werden die Gartenrandbereiche als Themenareale gestaltet sowie spezielle Erlebnispfade angelegt.
Geplant sind ebenfalls die Erstellung von Hörhilfen zur eigenständigen Erkundung des Gartens sowie Anleitungen für Lernspiele.
Die benötigten Gelder zur Durchführung dieses Projektes stammen aus den Fonds entsprechender Stiftungen:
- 5000x Zukunft
- Umwelt-Stiftung Weser-Ems
- Niedersächsische Lottostiftung – Bingo
- Jade Wirtschaftsraum RegionalStiftung
- Philipp Orth-Stiftung
- Regionale Stiftung der Landessparkasse zu Oldenburg
(Die Reihenfolge ergibt sich aus dem Datum des Bewilligungsbescheids) bei denen wir uns für die erteilte Unterstützung ganz recht herzlich bedanken!