Die Zahl der vorhandenen Barrieren für behinderte Frauen und Männer ist unermesslich. Entstanden sind sie durch die konventionelle Planung von Gütern und Dienstleistungen, die sich an einem fiktiven "Durchschnittsmenschen" orientiert.
Mit einer "behindertengerechten" Planung versuchte man deshalb lange Zeit, einige dieser Barrieren zu beseitigen. Doch was genau unter "behindertengerecht" zu verstehen war, blieb oft unklar: Meinte man "rollstuhlgerecht"? Meinte man "blindengerecht"? Meinte man "geistig behindertengerecht"? Was für Menschen im Rollstuhl gut war, musste nicht unbedingt sinnvoll für gehörlose Personen oder für Menschen mit Sehbehinderungen sein.
Lange Zeit wurden deshalb Sonderlösungen für einzelne Gruppen behinderter Menschen favorisiert und es schien nicht möglich, eine Planung wirklich "für alle" zu erreichen. Doch unter dem Druck einer immer älter werdenden Gesellschaft und dem berechtigten Anspruch behinderter Menschen, die gleichen Chancen und Möglichkeiten wie alle zu haben, wurde eine neue Philosophie, verbunden mit einem konkreten Lösungsansatz entwickelt: Barrierefreiheit. Die entsprechende Planung wird "Barrierefrei-Design" oder auch "Universal Design" genannt. Das Besondere an dieser Art von Design ist, dass es nicht speziell "für behinderte Menschen" gedacht, sondern immer "für alle" gestaltet ist.