Regionales Umweltzentrum Schortens
Kinder forschen für Ihre Zukunft
Projekt: Naturwissenschaftliche Grundbildung

Projekt: Naturwissenschaftliche Grundbildung


Projektförderung: Logo der EWE-Stiftung

Das RUZ Schortens hat gemeinsam mit Erzieherinnen und Erziehern und Grundschullehrkräften aus der Region Friesland, Ammerland, Wittmund und Wilhelmshaven Methoden und Materialien zur Naturwissenschaftlichen Grundbildung entwickelt.
Diese wurden an drei verschiedenen Aktionsorten erprobt und werden fortlaufend weiterentwickelt:
- Lernort Klassenraum (Grundschule) bzw. Lernort Gruppenraum (Kindertagesstätte)
- Lernort Labor (in einer nahe gelegenen weiterführenden Schule: Gymnasium/ Realschule / Gesamtschule)
- Lernort RUZ (Freigelände).

Ein wesentliches Element der Projektarbeit ist die Partizipation von Kindern:
- Schülerinnen und Schüler werden an der Evaluation und Weiterentwicklung der Experimente und Materialien beteiligt.
- Am Lernort Labor übernehmen ältere Schülerinnen und Schüler die Betreuung der Grundschüler beim Experimentieren (Lernen durch Lehren).
- Grundschüler einer 4. Klasse betreuen Kindergartenkinder beim Experimentieren im Unterrichtsraum der Grundschule (Lernen durch Lehren).

Gemeinsam mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) werden für den Elementar-und Primarbereich Materialienkoffer für „Kleine Forscher“ entwickelt. Mit der Produktion und dem Vertrieb dieser „Forscher-Koffer“ werden nachhaltige Schülerfirmen in so genannten Produktionsklassen der Berufsbildenden Schulen Friedenstraße in Wilhelmshaven beauftragt.

Zur Übertragung und nachhaltigen Verankerung der positiven Erfahrungen aus der Entwicklungsphase werden regionale Fortbildungen für Grundschul-Lehrkräfte und für Erzieherinnen/Erzieher durchgeführt. Drei Fortbildungsmodule haben sich bewährt:
- In einer zweitägigen Experimentierphase setzen sich die Teilnehmer intensiv mit dem inhaltlichen und didaktischen Konzept der Naturwissenschaftlichen Grundbildung auseinander.
- In der anschließenden Hospitationsphase erleben die Teilnehmer die Umsetzung des Konzepts in der konkreten Arbeit mit den Kindern.
- Eine Abschlussbesprechung dient der Evaluation der Fortbildung und der Planung weiterer Schritte zur Verankerung der Naturwissenschaftlichen Grundbildung in der eigenen Arbeit in der Schule bzw. Kindertagesstätte.

Das RUZ Schortens organisierte und moderierte zwei landesweite Fachtagungen, auf denen die Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt mit Mitarbeitern aller niedersächsischen Umweltzentren und mit Fachdidaktikern diskutiert wurden. Angeregt durch Impulse aus den Fachtagungen haben zahlreiche Regionale Umweltzentren die naturwissenschaftliche Grundbildung in ihrer Arbeit etabliert.

In einem dritten Projektabschnitt sollen die Erfahrungen der vorangegangenen Projektphasen auf den Bereich der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern und Erzieherinnen und Erziehern übertragen werden.
Dazu wurde ein Netzwerk von Regionalen Umweltzentren (Hannover, Syke, Osterholz, Noller Schlucht und Schortens) aufgebaut. Diese RUZ verfügen über vielseitige Erfahrungen im Bereich der Naturwissenschaftlichen Grundbildung. Somit kann die Arbeit im geplanten Projekt auf umfassenden Kompetenzen der Kooperationspartner in unterschiedlich strukturierten Netzwerken aufgebaut werden.
Die Zusammenarbeit der Projektpartner unter Koordination und Moderation des RUZ Schortens stellt sicher, dass Ausbildungsmodule und – konzepte fachlich kompetent und praxisnah entwickelt und erprobt werden. Darüber hinaus ist eine zeitnahe, zügige Implementierung der Projektergebnisse möglich, da die Kooperationspartner direkten Kontakt zu den Akteuren in der Praxis haben, sowohl in Kindertagesstätten und Schulen als auch in Universitäten, Ausbildungsseminaren und Berufsbildenden Schulen.
Das RUZ Schortens wird in Kooperation mit dem Studienseminar Aurich und der Berufsbildenden Schule Friedenstraße in Wilhelmshaven Ausbildungsmodule entwickeln und erproben.
Naturwissenschaftliche Grundbildung erfolgreich

Naturwissenschaftliche Grundbildung erfolgreich


Die niedersächsische Landesregierung will die frühkindliche Bildung in Kindertagesstätten fördern – das Regionale Umweltzentrum Schortens erprobt die Umsetzung im Bereich der Naturwissenschaften.
Im Auftrag des Kultusministeriums und mit Unterstützung der EWE-Stiftung hat das Team des RUZ Schortens Materialien und Methoden zur naturwissenschaftlichen Grundbildung entwickelt und mit den Kindern in 14 Kindertagesstätten und 8 Grundschulen der Region Friesland- Wittmund- Wilhelmshaven- Ammerland erprobt. In zwei Arbeitskreisen setzen sich Erzieherinnen und Lehrkräfte intensiv mit der Thematik auseinander.
Nach dem Motto "Lernen durch Lehren" übernehmen Schüler der Klassen 7 bis 12 von Gymnasien und Realschulen die Betreuung der Grundschulkinder im chemischen Labor. Auch Schüler einer 4. Klasse sind durchaus in der Lage, Kindergartenkinder beim Experimentieren zu unterstützen.

Das Ergebnis der Pilotphase: Es funktioniert ! Die Kinder gehen begeistert, neugierig und unbefangen an das Experimentieren heran und – was noch viel wichtiger ist - sie entwickeln eigene Gedanken zur Klärung der Phänomene. Das Forschen beginnt ! Die Versuche sind so angelegt, dass die Kinder zu Fragen angeregt werden und sie diese Fragen in weiteren selbst entwickelten Experimenten klären können. Nicht das Wissen, sondern die Förderung des Denkens und Nachfragens steht im Mittelpunkt !

„Experimentieren, das ist, wenn man etwas ausprobiert, damit wir die Welt besser kennen lernen“, mit dieser Aussage trifft ein fünfjähriges Kindergarten-Kind den Kern der naturwissenschaftlichen Grundbildung. Selbst die Chemiedidaktik-Professorin Gisela Lück von der Universität Bielefeld drückt es kaum eindrucksvoller aus: „Bildung ist nicht gleich Wissen, sondern eine Kompetenz, die erworben wird, um die Welt zu verstehen, sich selbst erklärbar zu machen“.
Erzieherinnen in Kindertagesstätten haben erkannt, dass frühkindliche Bildung gelingt, wenn sie sich selbst zurücknehmen und eher unterstützend wirken. „Hilf mir, es selbst zu tun“, dieses Leitmotiv von Maria Montessori bewährt sich gerade beim experimentellen Erkunden der Naturphänomene. Das selbstständige Forschen führt die Kinder zum „Begreifen“ im wahren Sinn des Wortes. Natürlich gibt es mitunter ganz verschiedene Erklärungsversuche, und darüber muss man sich verständigen. Die Kinder erweitern ihre sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten, erkennen die Vorteile kooperativer Arbeit, helfen sich gegenseitig. So werden bei der gemeinsamen Suche nach Erklärungen auch soziale Kompetenzen trainiert.

In einer regionalen und zwei landesweiten Fachtagungen hat das RUZ-Team die Mitarbeiter anderer RUZ über die Projektarbeit informiert und praxisnah fortgebildet. In einigen RUZ werden die Anregungen aus den Fachtagungen bereits umgesetzt. Da die RUZ in Niedersachsen über gute Kontakte zu Schulen ihrer Regionen verfügen, können die Erfahrungen aus dem Projekt des RUZ Schortens zügig landesweit verbreitet und in den Schulen umgesetzt werden.

Im November 2007 werden die Impulse zur naturwissenschaftlichen Grundbildung in weitere Kindertagesstätten und Grundschulen getragen. Dazu führt das Team des RUZ Schortens regionale Fortbildungen durch. Dem Übergang zwischen Kindertagesstätte und Schule im Sinne einer anschlussfähigen Bildung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die Materialien und Methoden werden weiterentwickelt - die Kinder sind dabei die besten Kritiker !
Die dritte Projektphase ab 2008 sieht eine Verankerung der naturwissenschaftlichen Grundbildung in der Ausbildung von Erzieherinnen und Lehrkräften vor, basierend auf den Erfahrungen der vorangegangenen Projektarbeit. Dazu wird eine intensive Zusammenarbeit mit Universitäten und berufsbildenden Schulen und mit anderen Umweltzentren angestrebt.
RUZ-Tagung in Osnabrück

RUZ-Tagung in Osnabrück


Am 6. und 7. November 2007 trafen sich im Museum am Schölerberg in Osnabrück die Vertreter der niedersächsischen Umweltzentren zu einem Erfahrungsaustausch. Anlass dieses Treffens war das 10jährige Jubiläum des Museums.
Udo Borkenstein und Bernd-Uwe Janssen vom RUZ Schortens präsentierten die aktuellen Ergebnisse des Projekts "Naturwissenschaftliche Grundbildung in Kindertagesstätten und Grundschulen.
Hier finden sie den Vortrag von Udo Borkenstein als pdf-Datei.
Kultusminister Busemann im RUZ

Kultusminister Busemann im RUZ


Bilder vom Besuch des Kultusministers Bernd Busemann am 2. Dezember 2005 im RUZ
Minister Busemann, Landtagsabgeordnete Frau Ortgies, EWE-Vorstand Harms, Landrat Ambrosy, Bürgermeister Böhling und Schulamtsdirektor Beyer schauen Schülerinnen und Schülern der Paul-Sillus-Grundschule Jever beim Experimentieren zu.

Minister Busemann beobachtet Grundschüler beim ExperimentierenMinister Busemann beobachtet Grundschüler beim Experimentieren
 

Minister Busemann beobachtet Grundschüler beim ExperimentierenMinister Busemann beobachtet Grundschüler beim Experimentieren 

 

 

 

 

 

Bilder von der Pressekonferenz:

Udo Borkenstein, Minister Bernd Busemann und EWE-Vorstandsmitglied Heiko Harms in der Pressekonferenz Minister Busemann in der Pressekonferenz Minister Busemann in der Pressekonferenz

Ein RUZ-Projekt für das ganze Land

Ein RUZ-Projekt für das ganze Land


Das Konzept des RUZ Schortens ist überzeugend einfach, so Udo Borkenstein, der Projektleiter: „Das Verstehen von wissenschaftlichen Zusammenhängen und Erklärungen setzt vorbereitetes Lernen in Teilschritten voraus. Kinder sollten dabei gezielt an überraschende Erfahrungen und Situationen herangeführt werden, die sie mit ihren eigenen Worten ausdrücken können. Bezüglich des naturwissenschaftlichen Denkens sollten Kinder unerwartete Erfahrungen im Umgang mit der belebten und unbelebten Natur machen. Lernwege verlaufen häufig krumm. Aus eigenen Entdeckungen und über die Korrektur von Fehlschlüssen, aus Versuch und Irrtum, entsteht Wissen.“
Die Vermittlung frühkindlicher Naturwissenschaftserfahrungen im Vorschulalter scheint durchaus möglich und sinnvoll zu sein. Diese Erkenntnis wird von immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gestützt. Kinder seien ganz begierig auf solche Experimente, berichtet die Bielefelder Chemie-Didaktikerin Prof. Dr. Gisela Lück, die Tests in Kindergärten in Kiel, Köln und Frankfurt gemacht hat.
In den verschiedenen Phasen der frühkindlichen Entwicklung gibt es bestimmte Zeitfenster oder sensitive Phasen, in denen Informationen mit viel höherer Geschwindigkeit und Wirksamkeit als in späteren Phasen aufgenommen werden. Kinder sind in diesen Phasen für spezielle Einflüsse besonders empfänglich und lernen besonders gut.
Das Konzept des RUZ sieht vor, dass Kindergarten- und Grundschulkinder in drei Bereichen die Möglichkeit erhalten sollen, naturwissenschaftliche Experimente durchzuführen. Beim RUZ im Klosterpark, in der Schule bzw. im Kindergarten selbst und in den naturwissenschaftlichen Fachräumen von Gymnasien, Berufsschulen und der IGS in Wilhelmshaven.
Nach einem Erprobungs- und Überarbeitungszeitraum von etwa einem Jahr soll das Konzept auf das ganze Land Niedersachsen übertragen werden. Es fand darum im Februar schon eine von Bernd-Uwe Janssen und Udo Borkenstein vorbereitete dreitägige Fachtagung mit Vertretern aller niedersächsischen Umweltzentren an der Universität Lüneburg statt.
Neben der Arbeit mit den Kindern wird parallel an Weiterbildung von Lehrerinnen, Lehrern und Erzieherinnen gearbeitet. Eine erste Fortbildung unter Beteiligung des RUZ Schortens wurde vor zwei Wochen an der Alfred-Toepfer-Akademie in Schneverdingen durchgeführt. An dieser Veranstaltung haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Natur- und Waldkindergärten aus ganz Deutschland teilgenommen.
Der niedersächsische Kultusminister Busemann, der sich zusammen mit der Landtagsabgeordneten Inse-Marie Ortgies über das neue Projekt informiert hat, war bei seinem Besuch im RUZ begeistert: „Hier werden kleine Forscher ausgebildet. Das liegt vor allem an den spannenden und kniffligen Aufgaben, die im RUZ entwickelt wurden. Und vor allem daran, dass die Kinder eigenständig Lösungen austüfteln können", lobte der Minister.