Zeit zum Umlenken

Es soll die größte Klimademo aller Zeiten in Friesland/Wilhelmshaven werden und dafür arbeiten sie alle intensiv zusammen: Die Ortsgruppen der großen Umweltverbände BUND und BUNDjugend, NABU, ADFC, Scientists und Fridays For Future mit lokalen Vereinen wie der Agenda Varel, Dein Deichrad, RUZ Schortens, Mellumrat und den jüngeren Initiativen Friesland Zero und Klimagruppe Friesische Wehde. Ebenso dabei ist die Seebrücke Friesland, Solidarität International Varel sowie der Eekenhof und Grün&Bunt. “Zeit zum Umlenken!” ist ihr Motto, denn die Klimakrise erfordert jetzt mutige Maßnahmen, um ihre schlimmsten Folgen noch zu verhindern.

Die coronakonform geplante KLIMAtour führt am Samstag, dem 24. April von überall nach Dangast, wo um 14 Uhr eine Kundgebung auf die Ankommenden wartet. Geradelt werden kann sowohl individuell auf den örtlichen Radwegen als auch in der Gruppe. Für die zweite Variante wird es Treffpunkte in Wilhelmshaven, Jever, Schortens, Sande, Zetel und Varel geben, von wo aus die Fahrverbände jeweils starten. Jede und jeder ist eingeladen, dabei zu sein und für den Klimaschutz in die Pedale zu treten.

Mit der Aktion wollen die Veranstaltenden ein Zeichen setzen und Aufbruchstimmung in Sachen Klimaschutz vermitteln. Lennart Tiller, Initiator und Mitglied bei Friesland Zero ist überzeugt: „Ja, die Klimakrise ist eine Herausforderung. Doch je eher wir uns dieser stellen, neue Lösungen entwickeln, Politik- und Lebensstile ändern, desto besser werden wir sie bewältigen können.“

„Die KLIMAtour ist nach den Monaten des Lockdowns das richtige Zeichen, um die Menschen in Friesland auf die neuen Wege des Klimawandels mitzunehmen“, so Mathias Heckroth, Geschäftsführer des Mellumrat e.V., einer der involvierten Organisationen, „Und die Zeit drängt enorm. Wir müssen also schnell handeln, denn die Folgen von Erderwärmung und Artenverlust setzen die Natur auch hier an der Küste schon jetzt unter immensen Druck.“ 

"Den Klimaschutz voran zu treiben, ist heute nötiger denn je", findet auch die Agenda Varel. "Die Mobilität von uns allen ist hierbei ein wichtiger Baustein und muss auch in Friesland neu gedacht werden. Damit möglichst viele mitmachen, benötigt das Thema Aufmerksamkeit. Diese soll mit der KLIMAtour nun geschaffen werden.” Weitere Baustellen ergeben sich u.a. in den Bereichen Energieversorgung, Landwirtschaft, Industrie und Städtebau. „Wenn wir hier bis 2035 CO2-Neutralität anstreben, tun wir genau das, was zukünftige Generationen und die vielen, schon heute unter der Klimakrise leidenden Menschen von uns erwarten können“, ist sich Ina Rosemeyer, Leiterin des Umweltzentrums Schortens, sicher.

Die Fahrraddemo soll dabei nur ein Auftakt sein, denn im Anschluss sind weitere Veranstaltungen zur Vernetzung und Information geplant. „Die Klimakrise schläft auch im Wahljahr 2021 nicht“, bekräftigt Lennart Tiller. „Wir lassen also nicht locker und hoffen auf viele Teilnehmende bei der KLIMAtour. Das gibt Schwung. Und den tragen wir dann alle zurück in unsere Städte und Dörfer, in die Familien, die Politik und die Betriebe, um dort weitere Menschen für Klimaschutz zu gewinnen.“

Während der KLIMAtour sind zwingend die Abstands- und Hygieneregeln zu beachten. Eine medizinische Maske muss bereitgehalten und während der Versammlungen getragen werden. Den Teilnehmer*innen wird zum Schutz für andere direkt vor der Tour ein Covid-Schnelltest empfohlen. Die Veranstaltenden nehmen die Corona-Situation sehr ernst und behalten sich vor, die KLIMAtour bei einem hohen Infektionsgeschehen zu verschieben.

Für eine bessere Planung wird um Anmeldung unter www.frieslandzero.de/klimatour gebeten. Dort können sich Interessierte auch als Helfer*innen eintragen. Gesucht werden beispielsweise noch Ordner*innen für die Raddemo. Unterstützt werden kann zudem mit einer Spende zur Finanzierung von benötigten Materialien.  

 

Weitere Statements zur KLIMAtour von den involvierten Organisationen:

Dein Deichrad e.V.: „Deutschlands Zukunft darf nicht vom Transport einer Kiste Mineralwasser abhängen. Es geht anders, z.B. mit Lastenrädern. Lebensqualität, Mobilität und ‚Freude am Fahren‘ sind nicht an das Automobil gebunden. Ohne Auto lebt es sich besser. Versprochen."

Knut Blancke (Vorstand Dein Deichrad e.V.): „Was wir jetzt brauchen ist eine radikale Verkehrswende, wenn Mobilität auch weiterhin möglich sein soll. Konkreter eine „Verkehrsmittelwende“. No(E)-Car! Stattdessen: Fahrrad und ÖPNV, intelligent vernetzt. Bei der Kohle ging es auch. Schaffen wir den Autoausstieg.“

Solidarität International Varel: “Die Plünderung der natürlichen Ressourcen der Welt, verbunden mit menschenverachtender Ausbeutung und Unterdrückung finden täglich weltweit statt und treiben die Entwicklung der globalen Umwelt- und Klimakrise voran. Aus Profitinteressen werden die natürlichen Lebensgrundlagen der gesamten Menschheit in Frage gestellt. Internationale Solidarität und der Kampf gegen die globale Umweltkatastrophe gehören für uns untrennbar zusammen."

Klimagruppe Friesische Wehde: “Wir fahren bei der KLIMAtour mit, um unseren Protest gegen klimaschädliche, rückwärtsgewandte Projekte wie den Autohof Ellens auszudrücken. Außerdem wollen wir ein Zeichen für den Klimaschutz in der Region setzen und verdeutlichen, dass wir mit einem Klimaplan für Friesland und Zetel positiv in die Zukunft schauen.”

 

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